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Ein Service des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz
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           § 698 Verzinsung des verwendeten Geldes

           Verwendet der Verwahrer hinterlegtes Geld für sich, so ist er verpflichtet, es von der Zeit der Verwendung an zu
           verzinsen.
           § 699 Fälligkeit der Vergütung

           (1) Der Hinterleger hat die vereinbarte Vergütung bei der Beendigung der Aufbewahrung zu entrichten. Ist
           die Vergütung nach Zeitabschnitten bemessen, so ist sie nach dem Ablauf der einzelnen Zeitabschnitte zu
           entrichten.

           (2) Endigt die Aufbewahrung vor dem Ablauf der für sie bestimmten Zeit, so kann der Verwahrer einen seinen
           bisherigen Leistungen entsprechenden Teil der Vergütung verlangen, sofern nicht aus der Vereinbarung über die
           Vergütung sich ein anderes ergibt.
           § 700 Unregelmäßiger Verwahrungsvertrag

           (1) Werden vertretbare Sachen in der Art hinterlegt, dass das Eigentum auf den Verwahrer übergehen und
           dieser verpflichtet sein soll, Sachen von gleicher Art, Güte und Menge zurückzugewähren, so finden bei Geld die
           Vorschriften über den Darlehensvertrag, bei anderen Sachen die Vorschriften über den Sachdarlehensvertrag
           Anwendung. Gestattet der Hinterleger dem Verwahrer, hinterlegte vertretbare Sachen zu verbrauchen, so
           finden bei Geld die Vorschriften über den Darlehensvertrag, bei anderen Sachen die Vorschriften über den
           Sachdarlehensvertrag von dem Zeitpunkt an Anwendung, in welchem der Verwahrer sich die Sachen aneignet.
           In beiden Fällen bestimmen sich jedoch Zeit und Ort der Rückgabe im Zweifel nach den Vorschriften über den
           Verwahrungsvertrag.
           (2) Bei der Hinterlegung von Wertpapieren ist eine Vereinbarung der im Absatz 1 bezeichneten Art nur gültig,
           wenn sie ausdrücklich getroffen wird.

           Titel 15
           Einbringung von Sachen bei Gastwirten

           § 701 Haftung des Gastwirts

           (1) Ein Gastwirt, der gewerbsmäßig Fremde zur Beherbergung aufnimmt, hat den Schaden zu ersetzen, der durch
           den Verlust, die Zerstörung oder die Beschädigung von Sachen entsteht, die ein im Betrieb dieses Gewerbes
           aufgenommener Gast eingebracht hat.

           (2) Als eingebracht gelten
            1.   Sachen, welche in der Zeit, in der der Gast zur Beherbergung aufgenommen ist, in die Gastwirtschaft oder
                an einen von dem Gastwirt oder dessen Leuten angewiesenen oder von dem Gastwirt allgemein hierzu
                bestimmten Ort außerhalb der Gastwirtschaft gebracht oder sonst außerhalb der Gastwirtschaft von dem
                Gastwirt oder dessen Leuten in Obhut genommen sind,

            2.   Sachen, welche innerhalb einer angemessenen Frist vor oder nach der Zeit, in der der Gast zur
                Beherbergung aufgenommen war, von dem Gastwirt oder seinen Leuten in Obhut genommen sind.

           Im Falle einer Anweisung oder einer Übernahme der Obhut durch Leute des Gastwirts gilt dies jedoch nur, wenn
           sie dazu bestellt oder nach den Umständen als dazu bestellt anzusehen waren.

           (3) Die Ersatzpflicht tritt nicht ein, wenn der Verlust, die Zerstörung oder die Beschädigung von dem Gast, einem
           Begleiter des Gastes oder einer Person, die der Gast bei sich aufgenommen hat, oder durch die Beschaffenheit
           der Sachen oder durch höhere Gewalt verursacht wird.

           (4) Die Ersatzpflicht erstreckt sich nicht auf Fahrzeuge, auf Sachen, die in einem Fahrzeug belassen worden sind,
           und auf lebende Tiere.

           § 702 Beschränkung der Haftung; Wertsachen

           (1) Der Gastwirt haftet auf Grund des § 701 nur bis zu einem Betrag, der dem Hundertfachen des
           Beherbergungspreises für einen Tag entspricht, jedoch mindestens bis zu dem Betrag von 600 Euro und
           höchstens bis zu dem Betrag von 3.500 Euro; für Geld, Wertpapiere und Kostbarkeiten tritt an die Stelle von
           3.500 Euro der Betrag von 800 Euro.


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