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Ein Service des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz
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           § 1826 Anhörung des Gegenvormunds vor Erteilung der Genehmigung

           Das Familiengericht soll vor der Entscheidung über die zu einer Handlung des Vormunds erforderliche
           Genehmigung den Gegenvormund hören, sofern ein solcher vorhanden und die Anhörung tunlich ist.

           § 1827
           (weggefallen)
           § 1828 Erklärung der Genehmigung

           Das Familiengericht kann die Genehmigung zu einem Rechtsgeschäft nur dem Vormund gegenüber erklären.

           § 1829 Nachträgliche Genehmigung

           (1) Schließt der Vormund einen Vertrag ohne die erforderliche Genehmigung des Familiengerichts, so hängt
           die Wirksamkeit des Vertrags von der nachträglichen Genehmigung des Familiengerichts ab. Die Genehmigung
           sowie deren Verweigerung wird dem anderen Teil gegenüber erst wirksam, wenn sie ihm durch den Vormund
           mitgeteilt wird.

           (2) Fordert der andere Teil den Vormund zur Mitteilung darüber auf, ob die Genehmigung erteilt sei, so kann die
           Mitteilung der Genehmigung nur bis zum Ablauf von vier Wochen nach dem Empfang der Aufforderung erfolgen;
           erfolgt sie nicht, so gilt die Genehmigung als verweigert.

           (3) Ist der Mündel volljährig geworden, so tritt seine Genehmigung an die Stelle der Genehmigung des
           Familiengerichts.

           § 1830 Widerrufsrecht des Geschäftspartners

           Hat der Vormund dem anderen Teil gegenüber der Wahrheit zuwider die Genehmigung des Familiengerichts
           behauptet, so ist der andere Teil bis zur Mitteilung der nachträglichen Genehmigung des Familiengerichts zum
           Widerruf berechtigt, es sei denn, dass ihm das Fehlen der Genehmigung bei dem Abschluss des Vertrags bekannt
           war.

           § 1831 Einseitiges Rechtsgeschäft ohne Genehmigung

           Ein einseitiges Rechtsgeschäft, das der Vormund ohne die erforderliche Genehmigung des Familiengerichts
           vornimmt, ist unwirksam. Nimmt der Vormund mit dieser Genehmigung ein solches Rechtsgeschäft einem
           anderen gegenüber vor, so ist das Rechtsgeschäft unwirksam, wenn der Vormund die Genehmigung nicht vorlegt
           und der andere das Rechtsgeschäft aus diesem Grunde unverzüglich zurückweist.

           § 1832 Genehmigung des Gegenvormunds

           Soweit der Vormund zu einem Rechtsgeschäft der Genehmigung des Gegenvormunds bedarf, finden die
           Vorschriften der §§ 1828 bis 1831 entsprechende Anwendung; abweichend von § 1829 Abs. 2 beträgt die Frist für
           die Mitteilung der Genehmigung des Gegenvormunds zwei Wochen.

           § 1833 Haftung des Vormunds

           (1) Der Vormund ist dem Mündel für den aus einer Pflichtverletzung entstehenden Schaden verantwortlich, wenn
           ihm ein Verschulden zur Last fällt. Das Gleiche gilt von dem Gegenvormund.

           (2) Sind für den Schaden mehrere nebeneinander verantwortlich, so haften sie als Gesamtschuldner. Ist neben
           dem Vormund für den von diesem verursachten Schaden der Gegenvormund oder ein Mitvormund nur wegen
           Verletzung seiner Aufsichtspflicht verantwortlich, so ist in ihrem Verhältnis zueinander der Vormund allein
           verpflichtet.
           § 1834 Verzinsungspflicht

           Verwendet der Vormund Geld des Mündels für sich, so hat er es von der Zeit der Verwendung an zu verzinsen.

           § 1835 Aufwendungsersatz





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